Für die automatisierte Qualitätsprüfung von Kolben wurde ein verkettetes Kameramodul mit mehreren Transport- und Prüfstationen realisiert. Die Lösung ist Bestandteil einer übergeordneten Maschinenlinie und übernimmt die optische Prüfung definierter Merkmale am Umfang sowie auf dem Kolbenboden. Die Kolben werden von einer vorgelagerten Maschine an die Prüfstation übergeben. Jeder Kolben wird bereits in der vorherigen Prüf- oder Montagemaschine digital registriert. Diese Registrierung wird gemeinsam mit dem Bauteil an die nachfolgende Maschine übergeben und ermöglicht eine eindeutige Zuordnung der Prüfergebnisse zum jeweiligen Kolben.
Die interne Zuführung erfolgt über ein Transportsystem mit Mitnehmern, das die Kolben taktweise durch die einzelnen Stationen bewegt. Optional kann die Transportstation direkt mit der nachfolgenden Maschine gekoppelt werden, sodass der Kolben ohne zusätzliche Zwischenstation übergeben wird. In der Umfangsprüfstation wird der Kolben zunächst definiert positioniert und leicht angehoben. Anschließend wird der Kolben kontrolliert gedreht, während eine Kamera die zuvor definierten Umfangsmerkmale vollständig prüft. Das Prüfergebnis wird ausgewertet und am Kamera-Display dargestellt. Wird der Kolben als nicht in Ordnung bewertet, wird er nicht an die folgenden Produktionsstationen weitergegeben, sondern gezielt über die Nacharbeitsbahn ausgeschleust. Kolben, die für eine Nachprüfung vorgesehen sind, können anschließend manuell erneut der Umfangsprüfung zugeführt werden.
Über einen Zwischentakt wird der geprüfte Kolben anschließend zur nächsten Station transportiert. Dort erfolgt die optische Bodenprüfung. Eine Kamera prüft die zuvor definierten und eingelernten Merkmale auf dem Kolbenboden. Auch hier wird das Ergebnis unmittelbar bewertet. Wird der Kolben bei der Bodenprüfung als n. i. O. erkannt, erfolgt ebenfalls die Ausschleusung über die Nacharbeitsbahn. Dadurch werden Fehler aus unterschiedlichen Prüfbereichen zuverlässig erkannt und aus dem regulären Produktionsfluss separiert.
Die Nacharbeitsbahn übernimmt dabei die gezielte Ausschleusung aller Kolben, die bei der Umfangs- oder Bodenprüfung als fehlerhaft bewertet wurden. Ein Ausschieber transportiert den jeweiligen Kolben in die Nacharbeitsbahn. Ein Sensor überwacht deren Füllstand und meldet, sobald eine manuelle Entleerung erforderlich ist. Damit verbindet das Kameramodul Bauteilidentifikation, taktgebundenen Transport, kamerabasierte Umfangs- und Bodenprüfung sowie definierte Fehlerseparation in einer kompakten, in die Gesamtlinie integrierten Lösung.